
In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Schwentinental, den Stadtwerken Schwentinental GmbH sowie weiteren relevanten Akteuren wurde ein umfassender Wärmeplan für das Stadtgebiet erarbeitet. Dieser wurde am 14. April 2026 der Öffentlichkeit vorgestellt und bildet die Grundlage für die zukünftige Gestaltung einer klimafreundlichen und nachhaltigen Wärmeversorgung. Positiv hervorzuheben ist die konstruktive Zusammenarbeit der beteiligten Akteure und die umsetzungsorientierte Fahrweise der Stadt.
Wie ist der Status quo?
Die Bestandsanalyse verdeutlicht die Ausgangssituation: Ein Großteil der Gebäude weist mittlere bis niedrige Energieeffizienzklassen auf, wurde vor 1978 errichtet und bietet somit erhebliches Potenzial für energetische Sanierungen. Über 65 % des Wärmebedarfs entfallen auf den Wohnsektor. Gleichzeitig basiert die aktuelle Wärmeversorgung überwiegend auf fossilen Energieträgern wie Erdgas und Heizöl.
- Jährlicher Wärmebedarf in Schwentinental: 112 GWh
- Über 90 % der Gebäude entfallen auf den Wohnsektor
- Bestehende Wärmenetze der Stadtwerke Schwentinental derzeit noch fossil betrieben
Welche Potenziale könnten genutzt werden?
Die Potenzialanalyse zeigt, dass vielfältige erneuerbare Energiequellen im Stadtgebiet zur Verfügung stehen. Dachflächen bieten gute Voraussetzungen für Photovoltaik und Solarthermie. Darüber hinaus verfügen oberflächennahe Geothermie sowie Luft-Wärmepumpen über ein großes Einsatzpotenzial – insbesondere unter Berücksichtigung der jeweiligen lokalen Gegebenheiten in unterschiedlich dicht bebauten Gebieten.
- Wärmebedarf könnte zukünftig über Solarthermie, oberflächennahe Geothermie und Luft-Wärmepumpen gedeckt werden
- Hohes Einsparpotenzial durch energetische Sanierung älterer Gebäude
Wie könnte die Wärmeversorgung in Zukunft aussehen?
Auf räumlicher Ebene wurden gezielt Entwicklungsschwerpunkte identifiziert. Die Ergebnisse sind in der interaktiven Karte einzusehen (siehe unten).
- Im Gebiet Rosenweg besteht ein hohes Potenzial für Gebäudesanierungen, sowie eine homogene Bebauungsstruktur, welche gezielte Beratungsangebote begünstigt
- Sieben Prüfgebiete für mögliche Wärmenetze wurden untersucht. Für diese Gebiete wurde eine Vollkostenberechnung durchgeführt, um eine belastbare Entscheidungsgrundlage zu schaffen. Zwei Gebiete – „Klausdorf-Schule“ und „e‑nema“ – werden für eine vertiefte Prüfung empfohlen, da hier ein Wärmenetzanschluss wirtschaftliche Vorteile gegenüber dezentralen Lösungen ergeben könnte.
- Die bestehenden Wärmenetze sollen perspektivisch auf erneuerbare Energien umgestellt werden
- Außerhalb der Wärmenetzgebiete stehen dezentrale Versorgungslösungen im Fokus.
Wie läuft die Umsetzung?
Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wurden konkrete Maßnahmen definiert. Ziel ist eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung bis zum Jahr 2040. Zur Umsetzungsstrategie gehören:
- der Ausbau gezielter Beratungs- und Informationsangebote,
- die Entwicklung einer Sanierungsstrategie für kommunale Gebäude,
- die Weiterverfolgung der identifizierten Wärmenetzgebiete sowie
- die Einführung eines kontinuierlichen Monitorings relevanter Kennzahlen.