
In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Schwentinental, den Stadtwerken Schwentinental GmbH sowie weiteren relevanten Akteuren wurde ein umfassender Wärmeplan für das Stadtgebiet erarbeitet. Dieser wurde am 14. April 2026 der Öffentlichkeit vorgestellt und bildet die Grundlage für die zukünftige Gestaltung einer klimafreundlichen und nachhaltigen Wärmeversorgung.
Die kommunale Wärmeplanung fungiert als strategischer Fahrplan für die Transformation der Wärmeversorgung auf lokaler Ebene. Sie zeigt langfristige Entwicklungspfade auf und schafft eine verlässliche Entscheidungsgrundlage für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen sowie die kommunale Verwaltung.
Die Bestandsanalyse verdeutlicht die Ausgangssituation: Ein Großteil der Gebäude weist mittlere bis niedrige Energieeffizienzklassen auf und bietet somit ein erhebliches Potenzial für energetische Sanierungen. Der jährliche Wärmebedarf in Schwentinental beträgt rund 111,9 GWh, wovon über 65 % auf den Wohnsektor entfallen. Gleichzeitig basiert die aktuelle Wärmeversorgung überwiegend auf fossilen Energieträgern wie Erdgas und Heizöl.
Die Potenzialanalyse zeigt, dass vielfältige erneuerbare Energiequellen zur Verfügung stehen. Dachflächen bieten gute Voraussetzungen für Photovoltaik und Solarthermie. Darüber hinaus verfügen oberflächennahe Geothermie sowie Luft-Wärmepumpen über ein großes Einsatzpotenzial – insbesondere unter Berücksichtigung der jeweiligen lokalen Gegebenheiten in unterschiedlich dicht bebauten Gebieten.
Auf räumlicher Ebene wurden gezielt Entwicklungsschwerpunkte identifiziert. Im Gebiet Rosenweg besteht ein besonders hohes Potenzial für Gebäudesanierungen. Zudem wurden sieben Prüfgebiete für mögliche Wärmenetze untersucht. Für diese Gebiete wurde eine Vollkostenberechnung durchgeführt, um eine belastbare Entscheidungsgrundlage zu schaffen. Zwei Gebiete – „Klausdorf-Schule“ und „e‑nema“ – werden für eine vertiefte Prüfung empfohlen, da hier ein Wärmenetzanschluss wirtschaftliche Vorteile gegenüber dezentralen Lösungen erwarten lässt. Bestehende Wärmenetze sollen perspektivisch auf erneuerbare Energien umgestellt werden, während außerhalb dieser Bereiche dezentrale Versorgungslösungen im Fokus stehen.
Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wurden konkrete Maßnahmen definiert. Dazu gehören der Ausbau gezielter Beratungs- und Informationsangebote, die Entwicklung einer Sanierungsstrategie für kommunale Gebäude, die Weiterverfolgung der identifizierten Wärmenetzgebiete sowie die Einführung eines kontinuierlichen Monitorings relevanter Kennzahlen. Ziel ist eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung bis zum Jahr 2040.