
Mit Beschluss des Stadtrats vom 26. Februar 2026 wurde die Kommunale Wärmeplanung für die Stadt Eisfeld und ihre Ortsteile offiziell verabschiedet. Sie wurde in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sowie der Thüringer Energie AG erarbeitet und bildet die strategische Grundlage für den Weg hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung. Die Wärmeplanung dient als verlässliche Orientierung für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und die kommunale Verwaltung. Sie zeigt Entwicklungsperspektiven auf und unterstützt dabei, fundierte Entscheidungen für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung zu treffen.
Wie ist der Status quo?
Zentrale Hebel der Wärmewende in Eisfeld sind sowohl die energetische Sanierung von Gebäuden als auch der schrittweise Wechsel von fossilen zu erneuerbaren Energieträgern. Besonders der Wohngebäudebestand spielt dabei eine entscheidende Rolle, da er den Großteil der Bebauung in Eisfeld ausmacht. Bereits heute setzt rund ein Viertel der Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer auf erneuerbare Heizsysteme.
- Jährlicher Wärmebedarf in Eisfeld: 98 GWh
- Rund 71 % des Wärmebedarfs entfallen auf den Wohnsektor
- Aktuelle Wärmeversorgung überwiegend fossil (Erdgas und Heizöl)
Welche Potenziale könnten genutzt werden?
In Eisfeld bestehen vielfältige Möglichkeiten mit erneuerbaren Technologien Strom und Wärme zu erzeugen. Auch das Einsparpotenzial durch energetische Sanierungen im alten Gebäudebestands ist groß. Insbesondere in dicht bebauten Bereichen der Innenstadt steht der Einsatz von Luft-Wärmepumpen aufgrund von Platzbedarf und Lärmschutzauflagen vor Herausforderungen. In ländlicheren Bereichen der Stadt ist diese Technologie jedoch gut geeignet.
- Großes Potenzial für Photovoltaik und Solarthermie auf Dachflächen
- Solarthermie kann aufgrund der Saisonalität max. ein Viertel des Wärmebedarfs decken
- Biomasse grundsätzlich nutzbar, aber begrenzte und knappe Ressource
Wie könnte die Wärmeversorgung in Zukunft aussehen?
In bestimmten Quartieren in Eisfeld soll im Anschluss an die Wärmeplanung geprüft werden, ob der Aufbau eines Wärmenetzes technisch und wirtschaftlich realisierbar ist. Diese Gebiete können in der interaktiven Karte nachvollzogen werden. Ein besonderer Fokus des Wärmeplans liegt zudem auf der Förderung der Gebäudesanierung.
- Vertiefte Betrachtung für den Wärmenetzbau im Bereich der dicht bebauten und teilweise denkmalgeschützten Innenstadt & rund um den Steudacher Weg
- In den übrigen Ortsteilen: eine dezentrale Wärmeversorgung – beispielsweise durch Wärmepumpen, Holzpellets oder andere erneuerbare Heizsysteme – stellt die wirtschaftlichere Lösung dar.
- In Fokusgebieten mit hohem Sanierungspotenzial: spezifische Informations- und Beratungsangebote, um Eigentümerinnen und Eigentümer gezielt zu unterstützen.
Wie läuft die Umsetzung?
Zur Erreichung des Ziels einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bis 2045 wurden darüber hinaus konkrete Maßnahmen definiert. Dazu zählt unter anderem die Entwicklung einer Sanierungsstrategie für kommunale Gebäude. Weitere Maßnahmen sind:
- Aufbau gezielter Beratungs- und Informationsangebote
- Kontinuierliches Monitoring relevanter Kennzahlen