
Mit der Öffentlichkeitsveranstaltung am 22. Januar 2026 wurde die Kommunale Wärmeplanung für 15 Gemeinden im Amt Hüttener Berge abgeschlossen und den Bürgerinnen und Bürgern präsentiert. Sie wurde in enger Zusammenarbeit mit der Amtsverwaltung sowie der Klimaschutzagentur im Kreis Rendsburg-Eckernförde erarbeitet und bildet die strategische Grundlage für den Weg hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung. Die Wärmeplanung dient als verlässliche Orientierung für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und die kommunale Verwaltung. Sie zeigt Entwicklungsperspektiven auf und unterstützt dabei, fundierte Entscheidungen für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung zu treffen.
Kommunale Wärmeplanung im Konvoi
Im Konvoi der 15 Gemeinden des Amtes Hüttener Berge wurde eine zentral koordinierte kommunale Wärmeplanung erfolgreich umgesetzt. Durch klare Prozessstrukturen, gemeinsame Zielsetzungen und eine einheitliche Datengrundlage konnten belastbare Analysen und abgestimmte Strategien entwickelt werden. Die gemeinsame Bearbeitung ermöglichte Synergieeffekte, reduzierte Kosten und schonte personelle Ressourcen. Eine breit aufgestellte Steuerungsgruppe sowie die Klimaschutzagentur im Kreis Rendsburg-Eckernförde sicherten Koordination, Moderation und fachliche Qualität. Das Projekt zeigt, dass Wärmeplanung im Konvoi ein effizientes Instrument ist, das lokale Rahmenbedingungen berücksichtigt.
Wie ist der Status quo?
Zentrale Hebel der Wärmewende in den Gemeinden im Amt Hüttener Berge sind sowohl die energetische Sanierung von Gebäuden als auch der schrittweise Wechsel von fossilen zu erneuerbaren Energieträgern. Besonders der Wohngebäudebestand spielt dabei eine entscheidende Rolle, da er den Großteil der Bebauung ausmacht. Bereits heute setzt rund ein Fünftel der Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer auf erneuerbare Heizsysteme.
- Jährlicher Wärmebedarf der 15 Gemeinden im Amt Hüttener Berge: 123 GWh
- Rund 80 % des Wärmebedarfs entfallen auf den Wohnsektor
- Aktuelle Wärmeversorgung überwiegend fossil (Erdgas und Heizöl)
Welche Potenziale könnten genutzt werden?
Im Amtsgebiet bestehen vielfältige Möglichkeiten mit erneuerbaren Technologien Strom und Wärme zu erzeugen. Auch das Einsparpotenzial durch energetische Sanierungen im Gebäudebestand ist groß. Der Einsatz von Luft-Wärmepumpen bietet auf Grund der lockeren Siedlungsstruktur ein geeignetes Potenzial. Zudem stehen in der Fläche große Potenziale für oberflächennahe Geothermie, Wind und PV aus technischer Sicht zur Verfügung. Hierbei muss die Flächenkonkurrenz u.a. zur Landwirtschaft sowie dem Landschafts- und Naturschutz abgewogen werden.
- Großes Potenzial für Photovoltaik und Solarthermie auf Dachflächen
- Biomasse grundsätzlich nutzbar, aber begrenzte und knappe Ressource
Wie könnte die Wärmeversorgung in Zukunft aussehen?
Das Amtsgebiet zeichnet sich durch überwiegend kleine Gemeinden mit einer größtenteils lockeren Siedlungsstruktur in den Ortskernen und kleineren umliegenden Ortsteilen aus. Das bedeutet in der Praxis: Viele Haushalte werden ihre Wärme künftig über eine eigene Heizanlage am Gebäude bereitstellen. Nur ein kleiner Teil der Gebäude wird die Möglichkeit haben, sich an ein Wärmenetz anzuschließen. Wenn ein neues Wärmenetz für ein Gebiet in Frage kommt, ist das meist ein Projekt, das Planung, Finanzierung, Bau und Zeit braucht – und an dem mehrere Beteiligte mitwirken müssen.
Für das Zielszenario wurden folgende Bestandswärmenetze sowie ein Eignungsgebiet für eine zentrale Wärmeversorgung angenommen, welche auch in der interaktiven Karte dargestellt sind:
- Bestandswärmenetz im Ortskern von Groß Wittensee sowie den Ortsteilen Söhr und Brandenhorst
- Bestandswärmenetz im Ortskern von Holtsee, sowie eine geplante Netzerweiterung
- Bestandswärmenetz im Ortskern von Damendorf
- Eignungsgebiet im Ortskern von Brekendorf
Ein besonderer Fokus des Wärmeplans liegt zudem auf der Förderung der Gebäudesanierung. Aus dem Grund werden spezifische Informations- und Beratungsangebote empfohlen, um Eigentümerinnen und Eigentümer gezielt zu unterstützen. Im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanungen wurden bereits in den Gemeinden Workshops durchgeführt, in denen zum Thema Sanierung und Fördermittel informiert wurde.
Wie läuft die Umsetzung?
Zur Erreichung des Ziels einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bis 2040 wurden darüber hinaus konkrete Maßnahmen definiert. Dazu zählt unter anderem die wiederkehrende Bewertung des Sanierungsstandes der kommunalen Liegenschaften. Weitere Maßnahmen sind:
- Aufbau gezielter Beratungs- und Informationsangebote in Koordination durch die Klimaschutzagentur im Kreis Rendsburg-Eckernförde
- Kontinuierliches Monitoring relevanter Kennzahlen